CO2-Emissionen der Möbelbranche

co2-Zahlen der Möbelindustrie

Überall hört man vom CO₂-Ausstoß, gerade bei Textilien und Plastik. Deshalb wollte ich mir im Internet die CO₂-Bilanzen von Möbelherstellern ansehen. Die Möbelproduzenten schreiben zwar auf ihren Homepages und Pressemeldungen, dass sie da viel tun aber um welche Zahlen es geht, diese Informationen fand ich nicht.

Wissenschaftliche Hilfe zu diesem Themenbereich wäre uns sehr willkommen!

CO₂-Zahlen zu Neumöbeln

Irgendwo zwischen 3 und 12 Millionen Tonnen / Jahr

Berechungsansatz 1:

Lt. Thünen Report 31, aus dem Jahr 2015,

werden pro 1 kg Holzmöbel, 8 kg CO₂ verursacht.

Rechnet man die Zahlen vom Thünen Report 31, (der sich nur auf reine Holzmöbel bezieht) hoch und geht von der Annahme aus, dass alle 100 Millionen Neumöbel in Deutschland aus Holz sind, sowie im Durchschnitt je 15kg wiegen, kommt man auf 12 Millionen Tonnen CO₂. Somit würde der Möbel-Anteil an der gesamtdeutschen CO₂- Bilanz 1,38% betragen.

Berechungsansatz 2:

Da bislang keine Gesamtzahlen vorliegen, haben wir aufgrund einiger veröffentlichter co2-Einzelwerte pro Möbelstück, (siehe unten angegebene Tabelle) das Gesamtausmaß für Deutschland teilweise geschätzt und hochgerechnet.

Der Anteil am gesamtdeutschen Kohlenstoffdioxid-Ausstoß beträgt dabei rund 0,4 % Möbel-Anteil  (was über 3 Millionen Tonnen CO₂ entspricht).

Wer näheres weiß bitte melden.

CO₂-Bilanz Möbel-Herstellung

Warum veröffentlicht scheinbar kein Möbelhersteller seine CO₂-Bilanz?

Ich schreibe einige deutsche Möbelproduzenten an, eventuell erfährt man Details auf Anfrage.

CO₂ Einsparmöglichkeit durch Gebrauchtmöbel

Vermutlich zwischen 1,5 und 6 Millionen Tonnen könnten jährlich eingespart werden, wenn die bisher in Deutschland vernichteten Möbel weitergenutzt würden.
(eigentlich müsste man noch etwa 8% für den Aufwand durch Weiternutzung, z.B. Transport, Lagerung abziehen)

Da jedoch 50% der Gebrauchtmöbel vernichtet und neu gekauft werden, entstehen so durch Produktion und Transport (lt. meiner eigenen Schätzung) 1.725.550 Tonnen vermeidbarer CO₂-Ausstoß.
(= 50% der Neumöbel-Emissionen)

Eigene Berechnungstabelle:

Zahlen geschätzt: Gesamt-Tonnen
Schreibtisch
(160 x 80 cm)
Holz/Metall
23 kg 29.000.000 667000
Roll-/Standcontainer
(50 x 80 cm)
Holz/Metal
21 kg 5.000.000 105000
Sideboard
(2 OH)
Holz/Metall
23 kg 10.000.000 230000
Aktenschrank
(5 OH)Holz oder Holz/Metal
24,5 kg 8.000.000 196000
Aktenregal
(5 OH)Holz oder Holz/Metall
22,5 kg 5.000.000 112500
Bürodrehstuhl
Leder/Stoff/Metalle/Holz/
Plastik
77 kg 13.000.000 1001000
Besucher/Konferenzstuhl
Leder/Stoff/Plastik/Metall/
Holz
69 kg 13.000.000 897000
Stapelstuhl
Plastik/Metall
13 kg 13.000.000 169000
Konferenztisch
(220 x 100 cm)
Holz oder Holz/Metall
70 kg 100.000 7000
Konferenztisch rund
(Ø 100 cm)Holz oder Holz/Metall
19 kg 900.000 17100
Besprechungstisch-Anbau
(80 x 80 cm)
Holz oder Holz/Metall
16,5 kg 3.000.000 49500
100.000.000 3.451.100
Stück Tonnen

Co²-Werte lt. Quelle: https://www.office-4-green.de/wissen/life_cycle_assessment.php#/4
Gesamtzahl 100 Mil. Neumöbel Quelle: https://weitergeben.org/wo-landen-altmoebel/

Offene Fragen:

  • In den oben gennanten CO₂ Werten ist Stufe 1, 2 oder 3 gemeint?
  • Scheinbar hat der Textilbereich, bei ähnlichem Gewicht wie die Möbelbranche, einen wesentlich höheren CO₂-Ausstoß, woran liegt das?
  • Es könnte sein dass bei Möbeln der Holzfaktor evtl. positiv CO₂ /eingerechnet wird?

Aufteilung des Treibhausgas-Ausstoßes eines deutschen Durchschnittsbürgers

Aufteilung des Treibhausgas-Ausstoßes eines deutschen Durchschnittsbürgers

Generell kann man den CO₂ Ausstoß wie folgt errechnen:

  • Scope 1-Emissionen stammen aus Emissionsquellen innerhalb der betrachteten Systemgrenzen, etwa unternehmenseigenen Kraftwerken oder Fahrzeugflotten,
  • Scope 2-Emissionen entstehen bei der Erzeugung von Energie, die von außerhalb bezogen wird, dies sind vor allem Strom und Wärme aus Energiedienstleistungen,
  • Scope 3-Emissionen sind sämtliche übrigen Emissionen, die durch die Unternehmenstätigkeit verursacht werden aber nicht unter der Kontrolle des Unternehmens stehen, zum Beispiel bei Zulieferern, Dienstleistern oder Mitarbeitern.

Vergleich mit anderen Branchen

Deutschland: 865,6 Millionen Tonnen Treibhausgase

Das ist die CO₂-Gesamtzahl für Deutschland laut einer Schätzung des Umweltbundesamtes zum Jahr 2018.
Quelle: Umweltbundesamt / klimabilanz-2018-45-prozent-weniger

CO₂ Emissionen Textilien :

Jeder deutsche Einwohner verursacht mit seinem Textil-Konsum 200 Kilogramm CO₂ pro Jahr. Insgesamt verursacht die Textilbranche anteilig für den deutschen Markt 16,6 Millionen Tonnen CO₂-Ausstoß.
Anteil am gesamt deutschen Ausstoß: 1,92 % Textil-Anteil

Quelle: https://www.focus.de/wissen/klima/klimapolitik/tid-16518/nachhaltigkeit-kleidung_aid_461058.html

CO₂ Emissionen Plastik :

In Europa werden 60 Millionen Tonnen Plastik produziert. Quelle: PlasticsEurope Deutschland e. V. ist der Verband der Kunststofferzeuger in Deutschland
In Deutschland im Jahr 2017 hergestellte Plastikmenge: 14 Millionen Tonnen Kunststoffe
Quelle: ZDF
Die Kunststoff verarbeitende Industrie in Deutschland hat einen Jahresumsatz von etwa 65,7 Mrd. €
Quelle:  Gesamtverband Kunststoffverarbeitende Industrie
Weltweiter Co2 Ausstoß bei Plastik: 400 millionen Tonnen Co2 werden weltweit bei der Herstellung und Verbrennung ausgestoßen
Quelle: Europäisches Parlament

Noch zu klären: Wie hoch ist der CO₂ Anteil bei Plastik in Deutschland?

  • Antwort vom HGF Gesamtverband Kunststoffverarbeitende Industrie e. V. (GKV):  “Informationen zu den mit der Produktion von Kunststoffen verbundenen CO2-Emissionen können Sie vom Verband der Kunststoff erzeugenden Industrie PlasticsEurope Deutschland erhalten.”
  • Antwort von Umweltbundesamt: “hier können wir leider nicht helfen. Bei uns können Sie nur Emissionsdaten einzelner Bereiche finden – wie z.B. Industrie: https://www.umweltbundesamt.de/themen/klima-energie/treibhausgas-emissionen So kleinteilig wie von Ihnen gewünscht wird es keine Angaben geben.”
  • Verband der Kunststoff erzeugenden Industrie, PlasticsEurope Deutschland e. V.
    diese zwei Fragen haben wir gestellt:
    * kennen Sie den weltweiten CO2-Ausstoß bei Plastik und können sagen welche Anteil Deutschland daran hat?
    * Oder vielleicht haben Sie sogar speziell für Deutschland die Daten?
    Antwort vom 22.10.2019:
    “Leider gibt es keine Zahlen zu den Treibhausgasemissionen der Polymerisationsanlagen in Deutschland (oder auch EU), da diese Anlagen zwar dem Emissionshandel unterliegen (und dort werden entsprechende Zahlen von der DEHSt (Deutsche Emissionshandelsstelle) erhoben und veröffentlicht im jährlichen VET-Bericht), allerdings emittieren diese Anlagen in weiten Teilen nicht selber, sondern sind Wärmekonsument. Diese Wärme wird in anderen Anlagen erzeugt, die nicht dem Sektor Industrie sondern dem Sektor Energiewirtschaft zugeordnet werden. Und da sind sie nicht „herausziehbar“.”

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frei zugängliche

Co2-Online-Rechner

  • der CO2-BIERDECKEL (Google Sheet) von der Beratungsagentur Grubengold

Quellen:

diese Infos sind noch in den Beitrag einzuarbeiten:
von ErfurtZero / Klimatipps für Erfurt erhielten wir diese Info:

https://www.thuenen.de/media/publikationen/thuenen-report/Thuenen-Report_31.pdf

Lt. Thünen Report 31, werden pro 1 kg Holzmöbel 8 kg co2 verursacht.

Die Ergebnistabelle (im Thünen Report 31) zeigt die Umweltwirkungen, also z.B. das Treibhausgaspotenzial (Global Warming Potential, GWP), über die Lebenszyklusphasen (Module) für ein Kilogramm des durchschnittlichen Produktes.

Dabei beziehen sich die Module A1-A3 auf die Herstellungsphase und beinhalten die Rohstoffbereitstellung (A1), deren Transport (A2) und die Verarbeitung im Werk bis zum fertigen, verpackten Produkt (A3).

Die Module C2-C3 geben ein Szenario für den Transport (C2) und die Entsorgung bzw. die Aufbereitung des Produktes bis zu einer möglichen Nachnutzbarkeit (C3) am Ende des Lebenszyklus wieder.

Wenn man die Summe der Module A1-C3 betrachtet, so erhält man die Summe der Umweltlasten für die Herstellung und die Entsorgung bzw. die Aufwendungen bis zur Nachnutzbarkeit für ein Kilogramm des durchschnittlichen Produktes.

Hierbei ist es wichtig anzumerken, dass das GWP auch den biogenen, also den im Holz enthaltenen Kohlenstoff berücksichtigt

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